Projektor 26/2016 Die Ereignisse der Leipziger Kunstwoche

Während sonst diese Vorschau eine trockene Auflistung von Ereignissen ist, muss diesmal eine Polemik am Anfang stehen. Dass es mit f/stop (wieder) ein Fotografiefestival in Leipzig gibt, ist großartig. Abgesehen davon, dass diesmal die vielen „Komplizen“ und „Satelliten“ in der Werbung des Festivals kaum vorkommen, muss es andererseits unverständlich erscheinen, warum die Doppelausstellung in Kunsthalle und MdbK, die thematisch hervorragend passt, nicht zeitlich synchronisiert werden konnte. Konzertierte Aktion im Sinne der gesamten Stadt ist wohl kein Thema.

Jedenfalls geht die Woche los mit einem für die Kunsthalle der Sparkasse ungewöhnlichen Termin. Am Dienstag wird dort 19 Uhr Die Lehre – Arno Fischer. Evelyn Richter eröffnet. Im Verlauf der 1980er Jahre etabliert sich die Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel. An der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ist diese Entwicklung eng mit der Berufung von Arno Fischer und Evelyn Richter verbunden. Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Diplomarbeiten der beiden Klassen. Ansichten aus dem Studienalltag, der Lehre und von den Diplomausstellungen ergänzen die Originalabzüge zu einem anschaulichen Bild dieses prägenden Kapitels der jüngeren Hochschul- und Zeitgeschichte.

Evelyn Richter, Musikviertel, Leipzig 1976 © Ostdeutsche Sparkassenstiftung

Evelyn Richter, Musikviertel, Leipzig 1976 © Ostdeutsche Sparkassenstiftung

Gleichfalls am Dienstag, 19.30 Uhr beginnend, findet in der Kustodie der Universität eine Buchpräsentation statt. Vorgestellt wird der anlässlich der aktuellen Ausstellung GartenKunst. Gestaltete Natur zwischen Wissenschaft, Nutzen und Genuss erscheinende Katalog.

Am Donnerstag beginnt 10 Uhr in der HGB das Symposium Image Trajektories, zu f/stop gehörend.
Die Fachrichtung Fotografie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig organisiert begleitend zum 7. Festival für Fotografie f/stop ein Symposium, in dem die Diskussion um die Deutung und Bedeutung der in Medien zirkulierenden Bilder im Vordergrund steht.
Ausgangspunkt ist die Frage, wie medial verbreitete Bilder unsere Wirklichkeit konstituieren und wie man den ihnen zugrunde liegenden Politiken auf die Spur kommen kann. Es sind insbesondere die Mechanismen der Verbreitung und der daran anschließenden Wirkung, die in diesem Zusammenhang zentral sind.
In den Vorträgen werden verschiedene theoretische und künstlerische Positionen zu den Wegen, die Bilder nehmen, und den Botschaften, die sie vermeintlich vermitteln, präsentiert. Hier richtet sich das Interesse auf die Distribution von Bildern durch unterschiedliche Kanäle der sozialen Medien, Internetportale, Presse, Printmedien oder Agenturen sowie Fragen nach der Funktion und Wirkung der Bilder.

Ebenfalls am Donnerstag, 18 Uhr, wird Art Walk eröffnet, eine Freiluftgalerie im Clara-Zetkin-Park.

Im Westpol Airspace ist am Freitag 20 Uhr die Vernissage Solid Fluid mit Arbeiten von Peter Möller.

Und am Sonntag beginnt im Museum der bildenden Künste die Austellung Gehaltene Zeit mit Fotografien von Ursula Arnold, Evelyn Richter und Arno Fischer. Eine offizielle Eröffnung findet offenbar nicht statt.

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