Projektor 25/2016 Die Leipziger Kunstwoche in der Vorschau

Diese Leipziger Kunstwoche steht unübersehbar im Zeichen der Eröffnung von f/stop, dem Fotografiefestival. Doch daneben gibt es auch noch andere Ereignisse.

Am Mittwoch gibt es 19 Uhr in der HGB, Raum 2.32, die Carrara Studies von Christian Holze zu sehen.

Flying High im Kunstkraftwerk hat dann schon mit f/stop zu tun. Los geht es am Donnerstag 18 Uhr. Der Blick in die aktuelle Fotokunstszene Chinas überrascht mit eindringlichen und experimentellen Arbeiten. Die rasende Urbanisierung mit ihren Folgen für Gesellschaft und Umwelt, das Ende der Ein-Kind-Politik und die hedonistische Jugend sind Themen dieser Ausstellung. Es werden die Arbeiten von neun chinesischen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, zusätzlich stellen wir die Fotografenplattform „Eyes on China“ vor, die 36 in China lebende FotografInnen unter sich vereint.

Zur gleichen Zeit ist in der Galerie Tobias Naehring The 7th Guest zu Gast, es ist eine Gruppenausstellung.

Am Freitag veranstaltet die Sächsische Akademie der Wissenschaften ab 11.15 Uhr, also mit vorab eingeplantem Akademischem Viertel, das Symposium Westkunst/Ostkunst. Kunstsystem und „Geltungskunst“ im geteilten und wiedervereinigten Deutschland mit Vorträgen von Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg und Prof. Dr. Frank Zöllner und anschließender Diskussion.

Ebenfalls am Freitag gibt es in der Spinnerei drei Ausstellungseröffnungen im Kontext von f/stop. In der Maerzgalerie heißt es ab 18 Uhr non performance mit Bildern von Falk Messerschmidt. Die Schau versammelt Collagen, aufgefundene Fotografien und eigene Motive – heterogener Stoff, aus dem Messerschmidt sein Thema kondensiert: glückliche Verfehlungen. Die beabsichtigten oder zufällig „falschen“ Abbildungen der jeweiligen Sujets resultieren aus dem fotografischen Material, aus der Aufnahmesituation, der dilletantischen Handhabung der analogen oder der digitalen Technik und spalten die Wahrnehmung in Rekonstruktion oder Fiktion. Messerschmidt beobachtet, wie tolerant und belastbar unsere Wahrnehmung ist und was als Fehler angesehen wird und ab wann die poetische Wahrnehmung einsetzt und eine (neue) Erzählung entsteht.

Die zeitgleich bei ASPN beginnende Ausstellung mit Arbeiten von Andrzej Steinbach nennt sich The Parallax View. Eine Stunde später startet bei The Grass is Greener die Schau mit dem simplen Titel Fotografie. Zu sehen sind Aufnahmen von Georg Brückmann, Daniel Müller Jansen sowie Julia und Erik Weiser.

Außerdem gibt es noch am Freitag 19 Uhr in Halle 14 die Eröffnung von win/win mit den Kunstwerken, die in diesem Jahr die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen erworben hat.

Andrzej Steinbach, Ohne Titel, Bildquelle: Galerie ASPN

Andrzej Steinbach, Ohne Titel, Bildquelle: Galerie ASPN

Am Sonnabend heißt es bei Alabama, Sir ab 15 Uhr 1 Day – 1 Show – 1 Artist. Dieser eine Artist, besser gesagt die Artistin, heißt Suse Bauer. 19 Uhr beginnt im Kunstraum Praline Oh, Paradis mit Kristin Wenzel. Und ab 20 Uhr kann man dann die Hauptausstellung von f/stop in der Werkschauhalle unter der Überschrift the end of the world as we know it, ist der Beginn einer Welt, die wir nicht kennen erleben. Das digitale Zeitalter hat die Fotografie verändert: Innerhalb von Sekunden umrunden die Bilder den Erdball und verstricken uns in die widersprüchliche Wirklichkeit einer globalisierten Welt. Ähnlich wie im 19. Jahrhundert, als die Städte durch die Industrialisierung sprunghaft anwuchsen und die Reportage als neuartige, massenmedial verbreitete Erzählform entstand, gilt es heute, sich aufs Neue darüber zu verständigen, welche Gebrauchsweisen der Fotografie geeignet sind, uns ein Bild der Welt zu vermitteln: Ist die Fotografie nach wie vor ein Gefäß der Erfahrung? Oder treiben uns die Bilder längst vor sich her?
Die KuratorInnen Anne König und Jan Wenzel zeigen künstlerische Fotografien neben Pressebildern, private Snapshots neben historischen Reportagen. Sie verbinden die Handyfotos einer syrischen Flüchtlingsfamilie mit den Aufnahmen von Gerda Taro und Robert Capa aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Ein Gedanke zu “Projektor 25/2016 Die Leipziger Kunstwoche in der Vorschau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *