Projektor 23/2016 Die Vorschau auf die Leipziger Kunstwoche

Im Museum der Bildenden Künste wird am Donnerstag über die Beethoven-Platik von Markus Lüpertz und auch über Klingers Vorgängerwerk zum gleichen Thema diskutiert. Dem heftig umstrittenen Werk Lüpertz‘ ist ein ganzes Symposium gewidmet. Los geht es 17 Uhr, der Künstler ist persönlich anwesend. Am spannendsten dürfte die Podiumsdiskussion ab 20 Uhr mit Befürwortern und Kritikern der Plastik werden.

MdbK, 18.12.2015, Markus Lüpertz, Enthüllung der Bronzeskulptur "Beethoven", Bildquelle: MdbK

MdbK, 18.12.2015, Markus Lüpertz, Enthüllung der Bronzeskulptur „Beethoven“, Bildquelle: MdbK

Am Freitag wird 18 Uhr in der Galerie b2_  die Ausstellung Landschaft und Listen mit Bea Meyer eröffnet. Eine Stunde später beginnt in der Galerie Koenitz die Vernissage Fernblau. Für ihre erste Personalausstellung in der Galerie Koenitz hat Gudrun Petersdorff einen Querschnitt ihres malerischen Œuvres zusammengestellt. Garten und Parklandschaften, Aktdarstellungen, Seestücke und Stadtlandschaften kleiden den Ausstellungsraum in ein farbfrisch leuchtendes, ganz und gar anregendes Gewand. Petersdorff überführt auf großes Tableau Gesehenes in streng strukturierte und kompakte Bildräume. Es entstehen Farbflächen in intensivem Kolorit.  Das Reisen und der Aufenthalt in der Fremde sind der Künstlerin  Voraussetzung für ihre zumeist spontane Motivwahl. Dabei arbeitet Petersdorff nicht illustrativ. Vielmehr  destilliert sie aus der reichen  Anschauung europäischer Gärten, südfranzösischer Landschaft und israelischer Architektur  stringent „gebaute“ und mitunter die Irritation befördernde Bilderfindungen.

Zur gleichen Zeit eröffnet im Showroom der Galerie ARTAe die Ausstellung Shirushi signs and symbols mit Grafik, Malerei und Zeichnung von Sonomi Kobayashi. Der Titel ihrer Ausstellung „Shirushi – Signs and Symbols“ beschreibt die Thematik ihrer neusten Arbeiten. Symbole (jap. „Shirushi“) stehen seit jeher als Terminus für ein Sinnbild oder Kennzeichen, das stellvertretend für eine Person, ein Objekt oder einen Begriff verwendet wird. Sie sind oft verschlüsselte Hinweise oder geheime Botschaften auf Dinge aus der Realität. Kobayashis Werke beinhalten häufig universelle Symbole und Formen, welche in der Natur zu finden sind. Rundliche Formen und Kreise repräsentieren den cycle of life und verdeutlichen dessen Präsenz im Universum. Ihre schwebenden, luftigen Kompositionen zeigen Verbindungen – connections und globale Gleichzeitigkeiten – synchronicities in unseren Leben.

Sonomi Kobayashi, seen and unseen 7, 2015, Lithographie, Bildquelle: Galerie ARTAe

Sonomi Kobayashi, seen and unseen 7, 2015, Lithographie, Bildquelle: Galerie ARTAe

Am Sonnabend wird 19 Uhr in der Galerie Bipolar eine neue Doppelausstellung unter dem Titel Pas de bla bla! mit Grafiken von Remy Zaugg und Studenten der HGB eröffnet.

Zaugg, der als einer der bedeutendsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts gilt, wurde seit über 10 Jahren nicht mehr in Leipzig gezeigt, und wir freuen uns daher ganz besonders, Ihnen in Kooperation mit der Galerie Margareta Friesen (Dresden) und zeitgleich mit der großen Retrospektive in der Reina Sofía (Madrid) eine Auswahl aus „Reflexionen auf und über ein Blatt Papier“ (1970 – 1988) präsentieren zu können. Die gezeigten Siebdrucke sind in ihrer konsequenten formalen Reduktion und den gleichzeitig philosophisch-poetischen Inhalten typische Werke des 2005 verstorbenen Konzeptkünstlers, der auch durch seine Zusammenarbeit mit den Architekten Herzog & de Meuron, sowie durch seine zahlreichen Publikationen und die Ausrichtung von Ausstellungen anderer Künstler für internationale Aufmerksamkeit sorgte. Ergänzt wird die Ausstellung durch den 53minütigen Dokumentarfilm „Nie Zuviel“ (Kay Brudy & Ralf Spieß, Hamburg, 2005), der überaus interessante Einblicke in die Arbeit dieses Ausnahmekünstlers gewährt.

Parallel dazu eröffnet in der Vorhalle der Galerie eine Ausstellung der Klasse für Installation und Raum der HGB Leipzig. Zauggs praktische und theoretische Werke sind für die Klasse auch und gerade in Hinblick auf den Umgang mit Orten und deren Bedeutungsgestaltung besonders relevant. Dem stark konzeptionellen Ansatz Zauggs begegnen die Künstlerinnen und Künstler der HGB mit prozesshaftem Arbeiten im und mit dem Ausstellungsraum.

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