Projektor 15/2016 Die Vorschau auf die Kunstwoche

Am morgigen Dienstag werden im GRASSI Museum für Völkerkunde 19 Uhr vier Kurzfilme  des HGB-Professors Clemens von Wedemeyer unter dem Titel The Fourth Wall gezeigt. Ausgangspunkt für das Projekt von Clemens von Wedemeyer ist die vermeintliche Entdeckung der „Tasaday“ im philippinischen Regenwald – im Jahr 1971 eine Weltsensation, denn die 26 Indigenen lebten offenbar ohne Wissen über die zeitgenössische Welt. Ihre Echtheit wurde allerdings in den 1980er Jahren bezweifelt und zu einem Schwindel erklärt. In mehreren Filmen und Interviews zeigt und hinterfragt Clemens von Wedemeyer die Illusion, wir könnten unterscheiden zwischen Bildern der Echtheit des Anderen. Es ist eine Untersuchung über Darstellung von Authentizität und Glauben an einen ersten Kontakt – zwischen Anthropologen und einer isolierten Gruppe, zwischen Schauspielern und ihrem Publikum, zwischen den Besuchern und den Werken einer Ausstellung. Weiterlesen

Belebtes Holz Neue Arbeiten Jürgen Raibers im Galerie Hotel Leipziger Hof

Leda hat sich hübsch gemacht für den Vogel, wie ihr Gefährte im Bildtitel lakonisch genannt wird. Mit einem stolzen Schwan hat das längliche, dunkle Gebilde neben ihr tatsächlich nicht viel gemein. Sie wird schon wissen, wozu es brauchbar ist. Doch auch der Mann auf dem benachbarten Gemälde hat ein ähnliches vogelartiges Gerät zugeordnet bekommen. Nun wird die mythologische Ausdeutung noch etwas schwieriger. Bei beiden Vögeln scheint es sich eher um Holzschnitzereien als um Lebewesen zu handeln.
Jürgen Raiber liebt das Arbeiten in ausufernden Serien. Bei den neuen Werken, die jetzt im Leipziger Hof zu sehen sind, hat der Puppe als vielfältig wandelbares Thema für sich entdeckt. Auch wenn manche der Bilder private Bezüge wie „Mein alter Kasper“ benennen, geht es weniger um Reminiszenzen an die Kindheit als um die Symbolik und verschiedene Charaktere, für welche Puppen hier stehen. Es sind keine niedlichen und kuscheligen Spielzeuge. Viele machen eher einen düsteren, manchmal sogar beängstigenden Eindruck.

Jürgen Raiber: "Mann mit Vogel"

Jürgen Raiber: „Mann mit Vogel“

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Die Schönheit eines Frontex-Buttons In der GfZK wird Leon Kahane mit dem Kunstpreis Europas Zukunft 2016 geehrt

Dass Kunst Berge versetzen kann, mag eine Illusion sein. Aber nicht nur Sichtweisen auf die Welt, sondern auch Sichtachsen in Gebäuden kann sie verändern. So wurde für die Preisträgerausstellung zum Kunstpreis Europas Zukunft der Gitterboden aus der ersten Etage des Altbaus der GfZK tiefergelegt. Damit sind Durchblicke vom zentralen Saal auf die oberen Kabinette möglich.

Verknüpfungen sind Leon Kahane offenbar wichtig, aber auch Unterscheidungen. Der Preis ging vor zwei Jahren an die Dagestanerin Taus Makhacheva. Die Grenzen des im Namen des Preises benannten Kontinentes wurden damit sehr weit ausgelegt. Nun gehen die Auslober noch einen Schritt weiter.

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Respektor 13/2016 Die Medienrückschau zur Kunst in Leipzig

Die gerade frisch erschienene April-Ausgabe des Kreuzer bringt ein dreiseitiges Interview mit Franziska Zòlyom, der Direktorin der GfZK. Die Fragen stellten Britt Schlehahn und Andreas Raabe. Außerdem berichtet Britt Schlehahn im eigentlichen Kunst-Teil des Heftes über die Interventionen von HGB-Studenten im Grassi Museum für Völkerkunde und die Schenkung von Lutz Dammbeck an das MdbK sowie Hedrik Pupap über Martin-Höfers Bob-Projekt.

Die LVZ brachte am Mittwoch einen Artikel über 10 Jahre Galerie ARTAe. Das war es schon für diese Woche.

Projektor 14/2016 Die Leipziger Kunsttermine der 14. KW 2016

Am Donnerstag geht es los, 19 Uhr stehen gleich drei parallele Veranstaltungen zur Auswahl. Im Bistro 21 im aufblühenden Leipziger Osten beginnt die Ausstellung Die gute Krankheit mit Charlotte Urbanek. Der Kunstverein Gegenwart ist in der Maschinenhalle, Täubchenweg 20, zu Gast. kehrtwenden : weitergehen heißt die Schau. Künstler_innen scheitern – an den Erwartungen des Publikums, der Gesellschaft und an ihren eigenen. Auf dem Kunstmarkt, in der Umsetzung ihrer Ideen, in der Vermittlung ihrer Arbeit. Was passiert jedoch, wenn Künstler_innen diese Enttäuschungen nicht passiv erdulden, sondern sie sich aneignen, sie instrumentalisieren und produktiv überformen? In der Ausstellung „kehrtwenden : weitergehen“ versammelt der Kunstverein gegenwart e.V. junge künstlerische Positionen, die sich auf offensive Weise mit den Enttäuschungen auseinandersetzen, die ihnen auf privater, gesellschaftlicher oder künstlerischer Ebene begegnen. In Installationen, Video-, Fotografie- und Textarbeiten sowie in performativer Praxis werden Enttäuschung und Scheitern als werkimmanente Strategien erprobt und als Thematiken befragt.

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STORYTELLER – ZEITGENÖSSISCHE KUNST AUS LEIPZIG Das Museum der bildenden Künste Leipzig gastiert in Hanoi

STORYTELLER – ZEITGENÖSSISCHE KUNST AUS LEIPZIG
11 KünstlerInnen erzählen aus ihren visuellen Tagebüchern
Nationales Kunstmuseum Vietnam und Goethe-Institut Vietnam, Hanoi
7. April bis 27. April 2016
Seit 2012 vergibt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Rahmen der
Künstlerförderung ein Vietnam-Stipendium. Das Gastland zeigt sich wiederum sehr
interessiert an der Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland, wobei, bedingt durch
die diplomatischen und politischen Verbindungen zwischen der ehemaligen DDR und
der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam), das Interesse an der
Kunstszene in Sachsen sehr ausgeprägt ist. Weiterlesen