Düstere Rundschau Neue Malerei Katrin Heichels in der G2 Kunsthalle

Durch die Löcher einer Gesichtsmaske sind Augen und Mund der Person zu sehen. Doch der Kopf ist abgetrennt, liegt am Boden. Lebende Menschen fehlen in der gegenwärtigen Bildwelt Katrin Heichels. Frösche gibt es, manchmal zu dritt übereinandergetürmt. Auch ein Rabe ist da – erhängt. Und Blumen, hauptsächlich Disteln, die sich gegen die umgebende Dunkelheit durchsetzen müssen.

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Der Mensch ist durch seine materiellen Produkte anwesend. Ein Stapel von Euro-Paletten, die zerdroschene Trommel im stillen Musikzimmer, eine leuchtend rote Robe mit Goldborte, ein langjährig genutztes Spülbecken, ein ebenso abgelebter blauer Sessel. „Vergissmeinnicht“ ist der bezeichnende Titel des Sessel-Porträts. Nocturama nennt sich die ganze Ausstellung, ein nächtliches Panorama.

Malen hat Katrin Heichel, Jahrgang 1972, unter anderem bei Arno Rink und Neo Rauch an der HGB gelernt. Sie beherrscht es virtuos, kann Stimmungen schaffen, erzeugt feinste Farbnuancen. Sie malt nicht pedantisch genau, lässt Spuren der Arbeit stehen.

Das Nocturama ist ziemlich düster. Doch ein schmaler Lichtstreifen lässt einen Eimer mit frischer Wandfarbe aufscheinen. Es gibt Hoffnung.

G2 Kunsthalle, Dittrichring 13
bis 7. August, Mi 15-20 Uhr
Führungen in deutscher Sprache:
Donnerstag – Sonntag 15.00 Uhr / Montag 10.00 Uhr
Führungen in englischer Sprache:
Sonntag 16.00 Uhr / Montag 11.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten:
Sa, 30. April 2016, 12–18 Uhr & So 1. Mai  2016, 12–15 Uhr

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