Wechsel der Blickrichtung Céline Germès und Florian Rosier in der Galerie Bipolar

In der Galerie Bipolar, die gemäß ihres Namens bevorzugt Paarungen von Künstlern erzeugt, scheint ein Rollentausch im medialen Verständnis stattgefunden haben. Malerei wirkt wie Fotografie, Fotos wie Gemälde. Céline Germès und Florian Rosier sind die gegenwärtig Ausgestellten, beide nach Leipzig zugewandert.

Rosier, der im holländischen Enschede studiert hat, zeigt Tafeln in düsteren Grautönen bis hin zu tiefem Schwarz. Der Angabe, dass es sich um digital ausgedruckte Fotografie handeln soll, kann man schwer glauben. Exakt und hyperrealistisch sind die Motive zwar wiedergegeben, doch auch bei ganz nahem Hinsehen sieht es aus wie sorgfältig gemachte Malerei. All die kleinen Abweichungen, die selbst mit heutiger Technik ein Foto ausmachen, wurden entfernt.

Florian Rosier "o.T."

Florian Rosier „o.T.“

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Respektor 16/2016 Leipziger Kunst in der medialen Spiegelung

Die LVZ brachte am Mittwoch eine Rezension zur Zettl-Ausstellung in der Galerie Koenitz sowie einen Kurzbericht von Ulrike Witt zu Yves Marit Chrzanowski in der Lehmhaus Galerie Zwenkau. Am Donnerstag folgte eine Ankündigung der neuen Ausstellung im Fotomuseum Markkleeberg und am Sonnabend ein Bericht über die Dammbeck-Schenkung im MdbK.

Die L-Iz recyclete am Sonntag den Artikel der Leipziger Zeitung zu Restitutionsansprüchen im Grassi.

Düstere Rundschau Neue Malerei Katrin Heichels in der G2 Kunsthalle

Durch die Löcher einer Gesichtsmaske sind Augen und Mund der Person zu sehen. Doch der Kopf ist abgetrennt, liegt am Boden. Lebende Menschen fehlen in der gegenwärtigen Bildwelt Katrin Heichels. Frösche gibt es, manchmal zu dritt übereinandergetürmt. Auch ein Rabe ist da – erhängt. Und Blumen, hauptsächlich Disteln, die sich gegen die umgebende Dunkelheit durchsetzen müssen.

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Projektor 17/2016 Die Ereignisse der Leipziger Kunstwoche

So, jetzt kommt´s ganz dicke. Das Rundgang-Wochenende steht bevor und viele Galerien außerhalb der Spinnerei docken an diesen Termin an.

Los geht es aber erst einmal am Dienstag in der Keramik-Galerie terra rossa. 18 Uhr ist Vernissage der Ausstellung Bild & Form mit Arbeiten von Christine Kleeberg.

Am Mittwoch gibt es in der Galerie der HGB ab 19 Uhr Sharon Kivlands Ausstellung mit dem nicht ganz simplen Titel The Natural Forms, Part III: The Tracts. Readers and Liseuses. Mademoiselle La Marchandise. Other Works zu sehen. Ausgehend von einer intensiven Beschäftigung mit den Theorien von Karl Marx und Sigmund Freud widmet sich die englisch-französische Künstlerin und Theoretikerin Sharon Kivland in den Arbeiten für die Ausstellung Fragen nach Rollenzuschreibungen, Geschlechterkonstruktionen und Ökonomie. Dabei interessiert sie insbesondere die Funktion von Frauenbildern in der ökonomischen Theorie und gesellschaftlichen Wirklichkeit kapitalistischer Systeme. Weiterlesen

Der Kuckuck als Berserker Das MdbK ist um einen umfänglichen Werkkomplex Lutz Dammbecks reicher

Herakles, dieser Überheld, lässt Lutz Dammbeck nicht los. Schon in den siebziger Jahren, als seine Kollegen sich lieber an Ikarus oder Sisyphus abarbeiteten, zog ihn der Recke mit den übermenschlichen Fähigkeiten an. Doch nicht diese etwas differierende Auswahl innerhalb der DDR-Kunst dieser Zeit allgemein beliebten griechischen Mythologie machte Dammbeck zu einer Ausnahmeerscheinung. Speziell in Leipzig, dieser großen Malerwerkstatt, musste er auffallen mit seinem früh ausgeprägten Hang zu multimedialen Konglomeraten. Nicht nur den Kunstinteressierten fiel er auf, auch kunstfernen Staatsorganen. Ohne Segen der offiziellen Institutionen mit einigen Freunden organisierte Projekte wie „Tangente 1“ und der legendäre Herbstsalon 1984 machten ihn zur unerwünschten Person. Doch selbst gegenüber Mitstreitern versuchte er stets die Eigenständigkeit gegenüber der Gruppendynamik zu bewahren. Die fast folgerichtige Ausreise in die BRD 1986 machte ihn mit den Kehrseiten der fast unbegrenzten Freiheit bekannt.

dammbeck

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Zettls Träume Neue Grafik von Baldwin Zettl in der Galerie Koenitz

Eine unbekleidete Frau räkelt sich auf einem Rasen, dessen Streifenmuster zeigt, dass er kein naturbelassenes Biotop ist. Den Körper dreht sie weg, das offene Gesicht aber dem Betrachter zu. In den Händen hält sie eine Puppe mit Tierkopf. Das erinnert an den verwandelten Klaus Zettel – welch Zufall – aus Shakespeares Sommernachtstraum, der in einer anderen Grafik der Ausstellung zu finden ist, hier als Handelnder.

Die Neigung des Kupferstechers Baldwin Zettl zu literarischen Stoffen ist nicht zu übersehen. Die Auswahl reicht vom englischen Klassiker über Georg Büchner, Carl Orff und Bert Brecht bis zum Expressionisten Jakob van Hoddis. Dass dem braven Bürger in dessen berühmten Weltende-Gedicht der Hut vom spitzen Kopf fliegt, wird in Zettls Stich eindrücklich illustriert. Doch auch da, wo keine direkten Vorlagen benannt werden oder erkennbar sind, geben sich die Blätter erzählerisch. Sogar die Landschaftsausschnitte in den zarten Silberstiftzeichnungen scheinen kleine Geschichten zu verbergen.

Baldwin Zettl "Selbst"

Baldwin Zettl „Selbst“

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Respektor 15/2016 Die Medienresonanz zur Kunst in Leipzig

In der Nummer 30 der Leipziger Zeitung wird auf der Titelseite angekündigt „Kunst und Künstler in LE. Der Untergrund bricht auf.“ Dieser Aufbruch erweist sich dann um einen großen Bericht von Christin Pomplitz über das Comic Festival Millionaires Club, das parallel zur Buchmesse in der GfZk stattfand sowie einem Artikel Daniel Thalheims über den Mosaikgestalter Califax und den Streetartisten A. Außerdem gibt es noch einen Bericht über die Aufarbeitung von Rückforderungsansprüchen im Grassi Museum für angewandte Kunst, ebenfalls von Daniel Thalheim geschrieben.

In der LVZ konnte man am Mittwoch einen Beitrag von Jürgen Kleindienst lesen, in dem er über die Platznot in den Depots der städtischen Museen berichtet, verursacht durch den eigentlich positiven Umstand eine welle von Schenkungen. Am Donnerstag schrieb Jürgen Kleindienst über die neue Grassi-Ausstellung zu Angewandter Kunst aus den Niederlanden und Flandern.

Die L-Iz brachte am Donnerstag eine Vorschau auf die Ausstellung des Grafikers Phillip Janta in der Buchhandlung Wörtersee.

Schließlich sei noch verwiesen auf einen Beitrag im Blog Leipziger Kulturgeschichten, in dem Daniel Thalheim über die Art déco-Ausstellung im Grassi schreibt und dabei wieder einmal über die problematische Geschichte dieser Bezeichnung referiert.

Projektor 16/2016 Die Ereignisse der Kunstwoche in Leipzig

Von wegen Ruhe vor dem Sturm. Auch wenn der große Rundgang erst übernächstes Wochenende ansteht, ist auch die kommende Woche schon ziemlich angefüllt mit Terminen, wobei eine gewisse Theorielastigkeit nicht zu sehen ist.

Am Dienstag geht es 19 Uhr los mit einem Künstlergespräch in der Galerie Eigen+Art mit dem Maler Titus Schade und Prof. Frank Zöllner von der Uni Leipzig als Abschluss der Gruppenausstellung Trailer.

Am Mittwoch beginnt im MdbK eine Serie von Veranstaltungen zur Schenkung des Künstlers Lutz Dammbeck mit Dürers Erben, 1995: Der Mythos der Leipziger Schule und die „Malerfürsten“ der DDR, ein Kunstgespräch des Neuen Leipziger Kunstvereins e. V. mit Fred Gehler.

Ebenfalls am Mittwoch, aber 20 Uhr, findet in der Galerie Kontrapost in der Reihe Schaufenster die Vernissage mit Farbholzschniten von Susanne Werdin unter dem Titel Sechzehntel, changierend statt.

Susamme Werdin. "Eine gelbe Diagonale", Bildquelle: Galerie Konrapost

Susamme Werdin. „Eine gelbe Diagonale“, Bildquelle: Galerie Konrapost

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